Millionen deutsche Haushalte zahlen jeden Monat mehr für Strom als nötig – ohne es zu wissen. Der Grund: Sie stecken in der Grundversorgung, dem teuersten Tarif am Markt. Aber warum ist das so? Und wie kommt es, dass ein System, das Verbraucher schützen soll, sie am Ende mehr kostet?
Was ist die Grundversorgung – und warum gibt es sie?
Die Grundversorgung ist ein gesetzlich garantierter Stromtarif. Jeder Haushalt in Deutschland hat Anspruch darauf – auch ohne Vertrag. Der Gedanke dahinter: Niemand soll ohne Strom dastehen. Dafür sorgt der Grundversorger, also der Anbieter mit den meisten Kunden in deiner Region (meistens das lokale Stadtwerk).
Was als Schutzmaßnahme gedacht war, hat sich aber zum Kostenproblem entwickelt. Denn der Grundversorger hat einen entscheidenden strukturellen Nachteil – er kann seine Kunden nicht wählen.
Warum die Grundversorgung so teuer ist
Es sind drei Faktoren, die den Preis in die Höhe treiben:
1. Kein Wettbewerbsdruck
Grundversorger müssen keine Kunden aktiv gewinnen – die Kunden werden ihnen automatisch zugewiesen. Ohne Wettbewerb gibt es keinen Anreiz, günstige Preise anzubieten. Wechselwillige Kunden sind ohnehin längst bei günstigeren Anbietern – übrig bleiben die, die sich nie aktiv um ihren Tarif gekümmert haben.
2. Aufnahmepflicht = höheres Risiko
Der Grundversorger muss jeden Kunden aufnehmen – auch solche mit schlechter Bonität oder Zahlungsausfällen. Dieses erhöhte Risiko wird eingepreist. Wettbewerbsanbieter können dagegen Kunden ablehnen und kalkulieren deshalb mit weniger Ausfällen.
3. Kurzfristige Beschaffung
Da Kunden in der Grundversorgung jederzeit mit 2 Wochen Frist kündigen können, ist die Planung für den Grundversorger schwieriger. Strom muss kurzfristiger (und damit teurer) eingekauft werden als bei langfristigen Vertragskunden.
Die versteckten Kosten
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Wer steckt in der Grundversorgung?
Betroffen sind vor allem drei Gruppen:
- Nie-Wechsler: Wer seit dem Einzug keinen eigenen Anbieter gewählt hat, ist automatisch in der Grundversorgung
- Rückkehrer: Wenn dein bisheriger Anbieter insolvent geht, landest du automatisch zurück in der Grundversorgung
- Neu-Mieter: Bei jedem Umzug ohne aktive Anbieterwahl startest du im teuersten Tarif
So findest du es heraus
Die Lösung: Raus aus der Grundversorgung
Die gute Nachricht: Der Ausstieg ist einfach und schnell. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt nur 2 Wochen – kürzer als bei fast jedem anderen Vertrag.
Alles, was du dafür tun musst: Einen günstigeren Tarif über einen Stromvergleich finden und online abschließen. Dein neuer Anbieter kündigt die Grundversorgung automatisch für dich. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du auf unserer Seite Grundversorger wechseln.
Mehr über die rechtlichen Grundlagen und was Grundversorgung genau bedeutet, erfährst du in unserem Grundversorgung-Ratgeber.
Bist du betroffen?
Finde es heraus: Gib deine PLZ ein und sieh, wie viel günstiger ein Wettbewerbstarif für dich wäre.
Fazit: Die Grundversorgung ist kein guter Deal
Die Grundversorgung erfüllt eine wichtige Funktion – sie stellt sicher, dass niemand ohne Strom dasteht. Aber als Dauerlösung ist sie der teuerste Tarif am Markt. Wer aktiv vergleicht und wechselt, spart typischerweise 200–500 € pro Jahr – bei null Risiko und minimalem Aufwand.
Autor
GeizStrom Redaktion
Unsere Redaktion analysiert den deutschen Energiemarkt und erklärt komplexe Themen verständlich – damit du fundierte Entscheidungen für deinen Strom- und Gastarif treffen kannst.