Anbieterwechsel

Die Grundversorgung-Falle: Warum du zu viel zahlst

Die Grundversorgung soll Verbraucher schützen – kostet sie aber 200–500 € pro Jahr extra. Warum das so ist und was du tun kannst.

5. März 2026Aktualisiert: 1. Mai 20266 Min. Lesezeit

Millionen deutsche Haushalte zahlen jeden Monat mehr für Strom als nötig – ohne es zu wissen. Der Grund: Sie stecken in der Grundversorgung, dem teuersten Tarif am Markt. Aber warum ist das so? Und wie kommt es, dass ein System, das Verbraucher schützen soll, sie am Ende mehr kostet?

Was ist die Grundversorgung – und warum gibt es sie?

Die Grundversorgung ist ein gesetzlich garantierter Stromtarif. Jeder Haushalt in Deutschland hat Anspruch darauf – auch ohne Vertrag. Der Gedanke dahinter: Niemand soll ohne Strom dastehen. Dafür sorgt der Grundversorger, also der Anbieter mit den meisten Kunden in deiner Region (meistens das lokale Stadtwerk).

Was als Schutzmaßnahme gedacht war, hat sich aber zum Kostenproblem entwickelt. Denn der Grundversorger hat einen entscheidenden strukturellen Nachteil – er kann seine Kunden nicht wählen.

Warum die Grundversorgung so teuer ist

Es sind drei Faktoren, die den Preis in die Höhe treiben:

1. Kein Wettbewerbsdruck

Grundversorger müssen keine Kunden aktiv gewinnen – die Kunden werden ihnen automatisch zugewiesen. Ohne Wettbewerb gibt es keinen Anreiz, günstige Preise anzubieten. Wechselwillige Kunden sind ohnehin längst bei günstigeren Anbietern – übrig bleiben die, die sich nie aktiv um ihren Tarif gekümmert haben.

2. Aufnahmepflicht = höheres Risiko

Der Grundversorger muss jeden Kunden aufnehmen – auch solche mit schlechter Bonität oder Zahlungsausfällen. Dieses erhöhte Risiko wird eingepreist. Wettbewerbsanbieter können dagegen Kunden ablehnen und kalkulieren deshalb mit weniger Ausfällen.

3. Kurzfristige Beschaffung

Da Kunden in der Grundversorgung jederzeit mit 2 Wochen Frist kündigen können, ist die Planung für den Grundversorger schwieriger. Strom muss kurzfristiger (und damit teurer) eingekauft werden als bei langfristigen Vertragskunden.

Achtung

Die versteckten Kosten

2026 zahlst du in der Grundversorgung ca. 3440 ct/kWh. Günstige Wettbewerbstarife liegen bei 2630 ct/kWh. Bei 3.500 kWh Jahresverbrauch sind das 200–500 € Unterschied – jedes Jahr.

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Wer steckt in der Grundversorgung?

Betroffen sind vor allem drei Gruppen:

  • Nie-Wechsler: Wer seit dem Einzug keinen eigenen Anbieter gewählt hat, ist automatisch in der Grundversorgung
  • Rückkehrer: Wenn dein bisheriger Anbieter insolvent geht, landest du automatisch zurück in der Grundversorgung
  • Neu-Mieter: Bei jedem Umzug ohne aktive Anbieterwahl startest du im teuersten Tarif
Info

So findest du es heraus

Prüfe deine letzte Stromrechnung: Steht dort "Grundversorgung", "GV-Tarif" oder "Allgemeiner Tarif", zahlst du mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich zu viel. Auch der Name deines lokalen Stadtwerks als Anbieter ist ein starkes Indiz.

Die Lösung: Raus aus der Grundversorgung

Die gute Nachricht: Der Ausstieg ist einfach und schnell. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt nur 2 Wochen – kürzer als bei fast jedem anderen Vertrag.

Alles, was du dafür tun musst: Einen günstigeren Tarif über einen Stromvergleich finden und online abschließen. Dein neuer Anbieter kündigt die Grundversorgung automatisch für dich. Eine detaillierte Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du auf unserer Seite Grundversorger wechseln.

Mehr über die rechtlichen Grundlagen und was Grundversorgung genau bedeutet, erfährst du in unserem Grundversorgung-Ratgeber.

Bist du betroffen?

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Fazit: Die Grundversorgung ist kein guter Deal

Die Grundversorgung erfüllt eine wichtige Funktion – sie stellt sicher, dass niemand ohne Strom dasteht. Aber als Dauerlösung ist sie der teuerste Tarif am Markt. Wer aktiv vergleicht und wechselt, spart typischerweise 200–500 € pro Jahr – bei null Risiko und minimalem Aufwand.

Autor

GeizStrom Redaktion

Unsere Redaktion analysiert den deutschen Energiemarkt und erklärt komplexe Themen verständlich – damit du fundierte Entscheidungen für deinen Strom- und Gastarif treffen kannst.

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Häufige Fragen

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Der Grundversorger hat keinen Wettbewerbsdruck: Kunden werden automatisch zugewiesen und müssen nicht aktiv gewonnen werden. Deshalb gibt es keinen Anreiz für günstige Preise. Zusätzlich muss der Grundversorger jeden Kunden aufnehmen – auch zahlungsunwillige –, was das Preisrisiko erhöht.

Prüfe deine Stromrechnung: Steht dort „Grundversorgung“, „GV-Tarif“ oder „Allgemeiner Tarif“, bist du im teuersten Tarif deines lokalen Grundversorgers. Alternativ: Wenn du noch nie aktiv den Anbieter gewechselt hast, bist du mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Grundversorgung.

Ja – typischerweise zahlst du 34–40 ct/kWh, während günstige Wettbewerbstarife bei 26–30 ct/kWh liegen. Bei 3.500 kWh Jahresverbrauch sind das 200–500 € Unterschied pro Jahr.

Am einfachsten über einen Stromvergleich: Wunschtarif auswählen und online abschließen. Dein neuer Anbieter kündigt die Grundversorgung automatisch für dich – die Frist beträgt nur 2 Wochen. Eine ausführliche Anleitung findest du auf unserer Seite Grundversorger wechseln.