Strompreise 2026: Erneut gestiegen
Netzentgelte, CO₂-Preis und Großhandelskosten treiben die Preise weiter nach oben.
+12%
Strompreise steigen 2026weiter – aber warum eigentlich? Während die aktuellen Preise pro kWhoft im Fokus stehen, lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen: Welche politischen und wirtschaftlichen Kräfte treiben die Kosten? Und was bedeutet das für die nächsten Jahre?
Strompreis 2026 auf einen Blick
- Durchschnittspreis: ca. 36 ct/kWh für Neukunden (Richtwert)
- Netzentgelte machen ca. 25 % des Preises aus – Tendenz steigend
- CO₂-Preis: 55 €/Tonne (2021: 25 €)
- Ersparnis durch Anbieterwechsel: typischerweise 200–500 €/Jahr
Die drei Preistreiber 2026
Der Strompreis besteht aus drei großen Blöcken: Beschaffung & Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben. 2026treiben vor allem drei Faktoren die Preise nach oben – und keiner davon wird kurzfristig verschwinden.
Strompreis-Zusammensetzung
1. Netzentgelte: Der größte Kostentreiber
~25%
des Strompreises
Deutschlands Stromnetze werden für die Energiewende massiv ausgebaut. Allein der Ausbau der Übertragungsnetze (Nord-Süd-Trassen) kostet zweistellige Milliardensummen. Diese Kosten werden über die Netzentgelte auf alle Verbraucher umgelegt.
Besonders betroffen:Regionen mit viel Windstrom-Einspeisung (Norddeutschland), in denen die lokalen Netze stärker belastet werden. Hier sind die Netzentgelte teilweise doppelt so hoch wie im Süden.
2. CO₂-Preis: Politisch gewollter Anstieg
55 €
pro Tonne CO₂
Der CO₂-Preis ist 2026 auf 55 €/Tonnegestiegen (2021: 25 €). Dieser Preis verteuert die Stromerzeugung aus fossilen Quellen – Kohle und Gas – und fließt indirekt in den Endkundenpreis ein. Die Bundesregierung plant weitere Erhöhungen bis mindestens 65 €/Tonne.
Mehr zu den konkreten Auswirkungen auf deine Rechnung in unserem Artikel zum CO₂-Preis und seine Folgen.
3. Großhandelspreise: Normalisierung auf höherem Niveau
Nach den extremen Preisspitzen 2022/2023 (bis zu 70 ct/kWh an der Börse) haben sich die Großhandelspreise normalisiert – liegen aber weiterhin über dem Vor-Krisen-Niveau von 2019/2020. Geopolitische Risiken und die Abhängigkeit von Gasimporten bleiben Unsicherheitsfaktoren.
Gut zu wissen
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CO₂-Preis-Entwicklung: Von 25 auf 55 €
CO₂-Preis pro Tonne (in €)
Prognose: Wie entwickeln sich Strompreise bis 2030?
Preisentwicklung bis 2030
Einschätzung basierend auf aktueller Markt- und Regulierungslage
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Die meisten Energieexperten gehen davon aus, dass die Strompreise in den nächsten Jahren nicht sinken werden. Zwar senken Wind- und Solarstrom langfristig die Großhandelspreise – aber der Effekt wird durch steigende Netzkosten und den höheren CO₂-Preis mehr als kompensiert.
Gewinner und Verlierer
Die Preisentwicklung trifft nicht alle gleich. Wer in der Grundversorgungbleibt, zahlt die vollen Preiserhöhungen – ohne Wettbewerbsdruck hat der Grundversorger keinen Anreiz, günstige Preise anzubieten.
Profitieren
- Wer regelmäßig Tarife vergleicht und wechselt
- Verbraucher mit Ökostrom-Tarif (weniger CO₂-Preis-Effekt)
- Nutzer dynamischer Tarife mit flexiblem Verbrauch
- Haushalte mit eigener Solaranlage
Zahlen drauf
- Grundversorgungs-Kunden ohne Tarifvergleich
- Haushalte mit altem, nie gekündigtem Vertrag
- Verbraucher mit hohem Verbrauch und Normaltarif
- Mieter ohne Zugang zu eigenem Solarstrom
Wer besonders aufpassen sollte
Was du konkret tun kannst
Gegen Netzentgelte und CO₂-Preis kannst du wenig tun – aber du kannst kontrollieren, was du insgesamt zahlst:
Dein Aktionsplan gegen steigende Strompreise
Anbieter wechseln
Der wirksamste Hebel – typischerweise 200–500 € Ersparnis pro Jahr
Ökostrom prüfen
Oft gleich teuer oder günstiger – und weniger vom CO₂-Preis betroffen
Dynamische Tarife in Betracht ziehen
Wer flexibel ist, profitiert von Niedrigpreisphasen
Verbrauch optimieren
Weniger kWh = weniger Kostensteigerung
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Fazit: Preise steigen – aber du musst es nicht einfach hinnehmen
Die Strompreisentwicklung zeigt klar nach oben: Netzausbau, CO₂-Preis und Elektrifizierung treiben die Kosten. Wer aber aktiv vergleicht und wechselt, kann die Mehrkosten mehr als kompensieren. Der beste Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt – denn je länger du wartest, desto mehr zahlst du unnötig drauf.
Alle aktuellen kWh-Preise und Tarifarten im Überblick findest du auf unserer Seite Strompreise 2026.
Autor
GeizStrom Redaktion
Unsere Redaktion analysiert den deutschen Energiemarkt und erklärt komplexe Themen verständlich – damit du fundierte Entscheidungen für deinen Strom- und Gastarif treffen kannst.